Seniorendomizil Riepenblick

In guten Händen

Aktuelles

Tagesausflug nach Hamburg

 

Was lange währt wird endlich gut.

Im dritten Anlauf hat das Wetter endlich soweit mitgespielt, dass wir unsere Fahrt nach Hamburg starten konnten. Um 9.30 Uhr ging es an einem Dienstagmorgen gen Autobahn.

Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Dies dachte sich wohl auch eine Baukolonne auf der morgendlichen A2 kurz vor Hannover Herrenhausen. Die Herren der Straßenmeisterei machten kurzerhand aus einer dreispurigen Autobahn eine einspurige. So ging es für uns ab Bad Nenndorf im Schneckentempo nach Hannover. So viele Autos und LKWs habe ich ja noch nie gesehen, sagten unisono viele unserer Seniorinnen. War von uns Mitarbeitern auch wirklich nicht so eingeplant. Freie Fahrt für freie Bürger war da nur noch ein Wunschtraum, aber seitdem kennen wir nicht nur viele ost- und westeuropäische Lkws, sondern auch jene aus dem Iran sowie die WCs vom Rasthof in Garbsen. Nach fast zwei Stunden Schleichgang drückte allmählich die Blase.

Spinne am Morgen bringt Kummer und Sorgen.

Wir „spinnten“ auch so rum und dachten schlimmer geht’s nimmer, aber in Soltau gab es eine klitzekleine Vollsperrung der Autobahn. Der Verkehr wurde immerhin einspurig über einen Parkplatz geleitet. Wenigstens etwas!

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Auch wir gaben die Hoffnung nicht auf und unsere Zuversicht wurde belohnt. Der weitere Weg nach Hamburg verlief ohne weiteren Stau.

Von Nix kommt nix,

dachte sich wohl der Wirt des Ausfluglokals Schuhlauer Fährhaus in Wedel. Dieses steuerten wir um 13. 30 Uhr und somit um über 1 Stunde verspätet zum Mittagessen an (Wir haben telefonisch unsere Verspätung angemeldet). Nicht nur, dass der hauseigene Parkplatz für Restaurantgäste 0,70 € pro Stunde kostet, nein auch das Essen hatte gar fürstliche Preise. Acht Stangen Spargel und drei Kartoffeln kosteten 18.90 €. Na, da muss man dann ganz besonders gut kauen um das im wahrsten Sinne des Wortes zu verdauen. Bei den Preisen wurden uns dann aber auch alle vorbeifahrenden Schiffe angesagt und deren Nationalhymnen vorgespielt. Gut, die Musik kam vom Band, bei den Preisen hätte man eigentlich eine Kapelle erwartet. Ach – und Seniorenteller gab es leider auch nicht. Wir wollen aber nicht nur lästern. Das Lokal war wirklich schick und modern eingerichtet, man konnte über eine Glaswand in die aufgeräumte Küche schauen und das Essen war wirklich lecker. Unsere Senioren genossen dabei den Blick auf die Elbe und die großen Pötte. Es schien mit unserem Glück sanft aufwärts zu gehen.

Eile mit Weile,

war nun die Devise, denn wir hatten für eine Kanalfahrt auf der Alster Karten zurücklegen lassen und mussten diese bis um 15.15 Uhr abgeholt haben, da sie sonst wieder in den Verkauf gingen. Die Zeit zerrann uns zwischen den Fingern. Somit war der Nachtisch im „preislich hippen“ Hamburger Vorort Wedel gestrichen. Nach dem Bezahlen wurden noch die Toiletten ausgiebig begutachtet. Wie geht der verflixte Wasserhahn an und wie zum Teufel bekomme ich die Hände trocken war da nur eine der Fragen. Von Dyson Hochleistungshändetrockner oder selbstreinigenden Toilettenbrillen haben einige unserer Senioren schließlich noch nie im Leben was gehört. „Da wird man alt wie`ne Kuh und lernt immer noch dazu“ meinte dann auch eine unserer Seniorinnen treffend.

Alle Wege führen nach Rom.

Aber welcher führte am schnellsten zur Alster? Wir bemerkten schnell, heute ist der Wurm drin. Denn es wurde immer später. Aber wir hatten unseren Spaß, nahmen es mit Humor und genossen die Fahrt im Auto entlang der Alster Südseite. Die schönen alten Villen mit ihren Gärten beeindruckten schon enorm und wir fragten uns was hier wohl die Mieten kosten?

Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Und wir fanden schon in der zweiten Binnenalsterumrundung einen Parkplatz, nur 150 m vom Schiffsanleger. Unser eigentliches Schiff, für eine Kanalfahrt auf der Alster, hatte seit gerade mal 45 Min abgelegt. Ja wir holten so langsam die Zeit wieder auf! Als Alternative entschieden wir uns für eine Fleetenfahrt von der Binnenalster über zwei Schleusungen hinab zur Speicherstadt, vorbei an der Elbphilharmonie und am Kreuzfahrtterminal. Dies war die richtige Entscheidung. Denn ein grandioser Kapitän unterhielt uns auf humorvollste Art und Weise auf der zweistündigen Fahrt. Es gab Kaffee und Kuchen bzw. Sekt und wir staunten und lachten wie schon lange nicht mehr. Diese Fahrt mit diesem Schiffsführer kann man nur jedem Hamburg Touristen wärmstens ans Herz legen. Unsere Senioren waren glücklich und wir Mitarbeiter freuten uns darüber.

Um 18.45 Uhr hatten wir wieder festen Boden unter den Füßen und machten uns so langsam auf den Nachhauseweg.

Wir fuhren natürlich noch über die Reeperbahn und entlang der Landungsbrücken zurück, um noch einen letzten Eindruck von dieser wunderschönen Stadt zu bekommen. Schließlich gehören diese zu jeder Hamburg Reise dazu.

Glücklich, zufrieden und voller neuer Eindrücke lobten wir schon den Tag, dabei weiß doch ein jeder:

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Als wir endlich auf der Autobahn waren lief es wie am Schnürchen. Allerdings nur bis kurz vor Hannover. Hier versperrten drei überbreite Schwertransporter die Autobahn. Sie kamen wegen ihrer Überbreite leider nicht durch eine einspurige Nachtbaustelle und so ging erstmal gar nichts mehr. Na toll, das glaubt uns jetzt kein Mensch, dachten wir und haben erst mal ein paar Beweisfotos machen müssen. Nach einer gefühlten Ewigkeit wurden dann endlich die Baustelle für die Schwertransporter geöffnet. So konnten wir über die nun wirklich leere Autobahn gen Hameln fahren.   

Tja: Wenn einer eine Reise macht, so kann er was erzählen.

Mal sehen, was wir auf einer unserer nächsten Fahrten erleben werden, dachten wir uns als wir endlich um 22.15 Uhr im Riepenblick wieder ankamen.